Unsere "therapeutischen" Konzepte  
Nachfolgend haben wir die "therapeutischen Kräfte" dargestellt, die wir für unsere Kinder als heilend erleben.  

Ausgangspunkte

 

Mit zunehmender Erfahrung hat sich für uns die Grenze zwischen Pädagogik, Heilpädagogik und Therapie immer mehr aufgelöst. Wir bekennen uns zu einem pragmatischen Ansatz: therapeutisch ist, was hilft.

Diese heilenden Kräfte sind oft recht unterschiedlich sein, z.T. oft sehr paradoxe Situationen, die in keinem Lehrbuch aufgeführt sind. Auch erleben wir bei bestimmten Menschen eine heilende Kraft, die ihnen oft selbst nicht bewusst ist.

Ein Wort, das als Klammer über allem steht, und dem wir uns verpflichtet fühlen, ist das Wort "Heilung" - es geht um die Heilung in vielen Lebensbereichen verletzter Kinder.
Auch erleben wir immer wieder, dass die Methode, der Therapeut und der Klient nicht zu trennen sind. Selbst die beste therapeutische Qualifikation bleibt wirkungslos, wenn sie vom Kind nicht  angenommen wird, wenn dem „Therapeuten“ kein Vertrauen entgegengebracht wird und die Methode nicht zum Kind „passt“ (Compliance).

Wir unterscheiden daher zwischen spezifischen und unspezifischen therapeutische Methoden und Bedingungen, was durch die Zielsetzung (Indikation) festgelegt wird. So sind z.B. Physiotherapie und Sprachheiltherapie spezifische Methoden, die durch klare Diagnosen und darauf abgestimmte Methoden definiert werden. Ein in seiner Entwicklung und seiner Persönlichkeit tief geschädigtes Kind, kann in diesem Sinne nicht nur durch spezifische Methoden therapiert werden, sondern bedarf eines unspezifischen, alle Lebensbereiche umfassenden, heilendes Milieus, in dem es wieder Vertrauen in sich und das Leben finden kann.

Unsere Erfahrungen haben wir unter folgenden Link :ausführlich dargestellt.

>Traumaheilung

Tiefenpsychologie

 


Konzeptionelle Grundlage unseres direkten als auch indirekten therapeutischen Handelns ist die Tiefenpsychologie. Wir sind überzeugt, und unsere langjährigen Erfahrungen bestätigen dies, dass aktuelle Störungen bei traumatisierten Kindern, zum einen unmittelbare Folgen von frühen Ereignissen in der Lebensgeschichte, zum anderen Folge von Überlebens-Reaktionen sind, die sich verfestigt haben. Dies führt zu tiefgreifenden Störungen der Entwicklung und der Beziehungsfähigkeit (Bindungsstörung).

Aus diesem dynamischen, d.h. auf die Lebensgeschichte bezogenes, Verstehen der Ursachen und ihrer Auswirkungen, leiten sich für uns unmittelbar die therapeutischen (heilenden) Methoden und Bedingungen ab. 

Im Zentrum eines tiefenspychologischen Selbstverständnisses steht die Übertragungsbeziehung. Sie beruht auf der Annahme, dass nur in einer stabilen Beziehung Heilung geschehen kann. Für ein Kind ist dies die Grundbeziehung zu einer Mutter und zu einem Vater, was sich darin ausdrückt, dass sie diese Bedürfnisse auf ihre Bezugspersonen übertragen. Diese Übertragungen stehen im Mittelpunkt unseres Alltags und bestimmen das therapeutische Milieu. Dies erfordert, dass alle Mitarbeiter, und nicht nur therapeutische Fachkräfte, imstande und bereit sein müssen, die Übertragungsbedürfnisse der Kinder anzunehmen, auszuhalten und zu erwidern.

Nach dem Konzept der Tiefenpsycholgie erfordert die Heilung, dass das nachreifen kann, was unreif ist, und dass das nachgelebt werden kann, was ungelebt ist. Gerade Traumen in frühen Phasen stören die Entwicklung. Daher ist die Regression, die zweite elementare Kraft. Sie bieten den Raum, das Milieu, das Klina, in dem das Kind die Möglichkeit hat, diese Entwicklungsdefizite nachzuholen, was erfordert, auf die damalige Entwicklungsstufe zu regredieren. Regression erfordert vom Mitarbeiter die Sensibilität, diese z. T. störenden Rückfälle in alte Muster richtig zu deuten (z.B. Einnässen, frühkindliche Bedürfnisse nach Körperkontakt).

>Psychologie von Traumen

>Neurobiologie von Traumen

>Fachtagung

Milieutherapie nach Bruno Bettelheim

>Unser Konzept
>Konzept (PDF)

Unter dem Begriff Milieutherapie entwickelte Bettelheim ein ganzheitliches Konzept, in dem nicht zwischen alltagsnaher Betreuung (Sozialtherapie) und psychotherapeutischen Sitzungen unterschieden wurde. Diesem Konzept haben wir uns angelehnt und es weiterentwickelt. Im Unterschied zu dem  genormten psychotherapeutischen Setting, baut die MT gerade auf eine Vielfalt von Menschen und Lebensbedingungen, um den verschiedenen Charakteren, Altersstufen und Störung die entsprechend heilenden Bedingungen bieten zu können.

Wesentlich für ein kraftvoll heilendes Milieu sind sichere und durchschaubare Strukturen, in denen das, was von den Kindern gefordert wird, auch von den Mitarbeiter selbst gelebt wird.

 

Vertrauensbildung > Confido

 
Durchgängiges Kennzeichen von Traumafolgen und Bindungsstörungen ist der Verlust von Vertrauen, in sich, in andere Menschen, in das Leben, in die Zukunft. Dieses Vertrauen wieder zu gewinnen, steht daher im Mittelpunkt unsers Handelns. Es ist der Grund, warum wir unsere Initiative auch Confido (ich vertraue) genannt haben. Wesentlich dabei sind vertrauenswürdige Bezugspersonen.  

Familiarität > Reparanting

>Reparenting

Abgeleitet aus unserem Milieu-pädagogischen und Milieu-therapeutischem Konzept haben wir unsere Wohngruppen familienähnlich konzipiert und organisiert. Das Wesentliche von Familie ist jedoch nicht die äußere Form, sondern das familiäre Milieu und familienähnliche Beziehungen.

Das konstitutive Element von Familie sind im engeren Sinne Vater, Mutter, Kind und Geschwister (wie es unsere Kinder gerne spielen) und erweitert: Oma, Opa, Tante, Onkel, etc. Dies sind die Grundbeziehungen im Leben eines Menschen, die durch nichts anderes zu ersetzen sind. Hinter ihnen stehen elementare  (archetypischen) Grundbedürfnisse des Kindes, nach einer väterlichen, mütterlichen und geschwisterlichen Beziehung. Diese Beziehungen sind enorm stabil und auch unabhängig davon, wie sich die realen Eltern gegenüber dem Kind verhalten haben – es bleiben seine Eltern.

Unsere Erfahrungen haben jedoch auch gezeigt, dass diese elementaren Bedürfnisse auch auf andere Personen „übertragen“ werden können. Diese Übertragungsbedürfnisse anzunehmen und zu erwidern, ist die Grundlage eines familiären Klimas. Wenn es gelingt, dass das Kind seine Übertragungsbedürfnisse zulassen kann, dann ist damit das Fundament für die Überwindung von Bindungsstörungen gelegt, denn dies geht nicht ohne Vertrauen. Die elementaren Bedürfnisse nach einer Mutter und einem Vater zu leben, ist daher der Königsweg, um wieder Beziehungsfähig zu werden. Andere Beziehungs-Qualitäten sind dem Kind noch nicht zugänglich.

Eingebettet und getragen in dieses familiäre Beziehungsgeschehen, können Verletzungen ausheilen und neue Beziehungsprägungen erfolgen. Es ist der Entwicklungs-Raum, in dem Unterentwickeltes nachreifen und Lebensnotwendiges gelernt werden kann. Familie ist auch das Modell für eine spätere gelungene Familiengründung.  

 

Beheimatung

>Konzept Milieu

Neben der Familie ist die Heimat eine der Grundlagen des Menschen und der menschlichen Entwicklung. Heimat wird mit dem Ort der Kindheit oder Jugend verbunden, wo man aufwuchs und wo die Familie ist, man in die Schule ging und Freunde weiß. Aber Heimat hat nicht nur etwas mit einem bestimmten Ort zu tun, sondern kann auch ein vertrauter Geruch sein, ein spezielles Gericht, ein Buch oder Musik. Heimat ist etwas sehr Emotionales. Oft gehe damit der Wunsch nach Zugehörigkeit, Identität, Vertrautheit und letzten Endes auch nach Sicherheit einher (Ariane Böttcher). Sich in diesem Sinne heimatlich sicher, vertraut und geborgen zu fühlen, sehen wir als eine der Grundbedingungen einer guten Pädagogik an.

Es ist unser Ziel, durch die Gestaltung unserer Anwesen, durch die Art der Beziehungen, die Außenkontakte, durch unsere eigenen Aktivitäten, dieses Heimatgefühl zu ermöglichen. Unsere Erfahrungen haben auch gezeigt, dass hierzu auch unser Ansehen im Umfeld eine große Rolle spielt. Unsere Kinder sollen stolz sein, hier zu leben und sich nicht " in ein Heim abgeschoben" erleben. Wesentlich wird das Heimatgefühl daher durch ein Wir- und ein Unser-Gefühl getragen. Kinder sollen nicht Objekte in Maßnahme sein, sondern Subjekte einer familiären Lebensgemeinschaft. Entscheidend wir dies dadurch ermöglicht, dass Menschen bei uns auch in den Häusern wohnen und auf den Anwesen leben, und Menschen, die sich mit uns ganzheitlich indentifizieren.

 

Normalität > Salutogenese

>Konzept Normalität
>Salutogenese

Einen großen Wert legen wir auf eine weitgehende Normalität unseres Lebens und Wirkens. Wir wollen keine Klima des Besonderen und auch keinen Klima des Therapeutischen. Unsere Kinder sollen so aufwachsen, wie Kinder in einer „normalen“ Familie auch.
Konzeptionell wollen wir kein Klima, in dem die Pathologie im Leben der Kinder, ihr Krankheiten, Störungen und Probleme im Mittelpunkt stehen, sondern ihre gesunden Anteile, ihre Ressourcen, Fähigkeiten und Vorlieben (Saluto- statt Pathogenese).

Wir versuchen daher, soweit wie möglich, die Wohngruppen familienähnlich zu besetzen, d.h. eine möglichst natürliche, geschwisterliche Alters- und Geschlechter-Verteilung. Auch bezüglich der Altersverteilung der Mitarbeiter versuchen wir eine normale Mehrgenerationen-Familie abzubilden.
Normalität bedeutet für uns auch, dass das Leben der Kinder nicht ausschließlicher Selbstzweck des Ganzen ist. Wie in einer landwirtschaftlichen Anwesen, oder einem familiären Kleinbetrieb, sollen auch andere Aufgaben im Mittelpunkt stehen, als nur die Kinder. Ein reiner Kindzentrismus führt zu Fehlprägungen, da er nicht dem normalen Leben entspricht. Das Kind muss auch lernen, sich übergreifenden Anforderungen unterzuordnen. Wir streben daher einen realistischen Lebensraum an, in dem das Kind das lernen kann, was es in seinem späteren Leben benötigt.   

 

Expertentum der Betroffenheit

 

Eine besondere Fähigkeit, sich in das innere Erleben hineinzuversetzen, haben Menschen die selbst Traumen erlitten und durchleben haben. Sie verfügen auf Grund ihrer emotionalen Nähe auch über eine besondere Vertrauenswürdigkeit für betroffene Kinder.

 

Spiel als Therapie

 
Eine besondere heilende Wirkung hat das kindliche Spiel, besonders das freie Spielen, das nicht von Erwachsenen strukturiert ist. In diesen Freiräumen kann das Kind im Schonraum des Spiels kreative Experimente wagen, die für die Bildung eines starken Ichs wichtig sind.  

Traumatherapie

 

Wir sind seit vielen Jahren im Bereich Trauma tätig und haben dort viele Erfahrungen gewonnen, die in unsere Arbeit einfließen. Auf dieser Grundlage haben wir unseren eigenen Weg der Trauma-Heilung  entwickelt. Trauma-Therapie sehen wir mehr auf ein psychotherapeutisches Praxis-Setting beschränkt. Wir verfügen jedoch über wesentlich mehr und andere Einflussmöglichkeiten, die weit über das enge therapeutische Feld einer Klinik oder Praxis hinausreichen. Die Erkenntnis, dass für diese tiefgreifenden Störungen die üblichen therapeutischen Methoden und Settings nicht ausreichen, um eine wirkliche Heilung zu erreichen, hat uns auch bewogen, die Initiative Confido aufzubauen. 

Wir verwenden jedoch Methoden aus dem Umfeld der Trauma-Therapie, doch erfordern Kinder gänzlich andere Bedingungen, als eine erwachsene Klientel. Die Grundprinzipien des Vertrauensaufbaus sind jedoch die gleichen.

 

Heilpädagogische und physiotherapeutische Methoden

Sprachheiltherapie
Ergotherapie
Kunsttherapie
Musiktherapie
Gestaltungstherapie
Entspannungstechniken
Theater und Tanz

 

Die vielfältigen Probleme unserer Kinder erfordern auch heilpädagogische als auch physiotherapeutische Maßnahmen. Wir unterscheiden direkte und indirekte Förderungen.
Indirekt sind bei uns viele Förderungen in den Alltag der Kinder (meist spielerisch) integriert. So ist für uns z.B. unser Trampolin, das wir bewusst im Dachgeschoß regensicher aufgestellt haben, ein enorm effektives Gerät für die Förderung (Kraft, Geschicklichkeit, Koordination). Ebenso kann das Fußballspielen bei uns auf dem Gelände, als auch im Verein, in vielen Bereichen förderlich wirken. Gleiches gilt für Radfahren, Inlinern, Slackline, etc. Auch das Mitarbeiten in der Werkstatt, im Garten oder im Stall fördert eine Vielzahl von Kompetenzen.  

Als Ergänzung bekommen unsere Kinder vorranging über das SPZ Einzelstunden in Logo-, Ergo- und Kunsttherapie, die von ausgebildeten Therapeuten durchgeführt werden. Wir haben jedoch auch bei uns heilpädagogisch qualifizierte Mitarbeiter, die diese Methoden in den Alltag einbringen.

 

Reittherapie
Tiergestützte Therapie

 

Als Einrichtung auf dem Land, kommt dem Umgang mit Tieren eine große Bedeutung zu. Pferde und alle Formen des Kontaktes zu Tieren „heilend“ einzusetzen, stehen daher im Mittelpunkt unseres therapeutischen Konzepts. Dieses umfasst den spielerischen Umgang mit Pferden, Reitunterricht, Ausreiten, Reittherapie, heilpädagogische Förderung, aber auch alle Arbeiten im Umfeld von Pferden: Putzen, Füttern, Misten, auf die Koppel führen. Auf unseren Anwesen haben wir jedoch auch noch weitere Tiere, zu denen eine Beziehung besteht und die betreut und gepflegt werden müssen.

Wir verfügen auch über Mitarbeiter, die im Bereiche Hundetherapie ausgebildet sind und entsprechend ausgebildete Hunde "halten". Auch dieser Bereich bietet eine Vielzahl von heilenden Möglichkeiten.

Tiere bieten für traumatisierte Kinder hervorragende Möglichkeiten. Zu einem Tier wieder eine scheue Beziehung zu wagen, ist oft der erste Schritt für ein Kind, auch wieder Vertrauen in andere Menschen zu finden. Auch bieten Tiere eine sehr gute Möglichkeit zu einem unbelasteten Körperkontakt. Insbesondere reittherapeutische Methoden können ein gestörtes Selbst- und Körpergefühl wieder harmonisieren. Auch kann das Beherrschen eines so starken Tieres das eigene Selbstbewusstsein enorm stärken.

Nicht zu unterschätzen sind auch unsere Katzen, die über ihre ganz eigene Autonomie die Beziehungssensibilität fördern können. Zum natürlichen Umgang mit der "Natur" gehören auf dem Land aber auch Mäuse und sonstige Krabbelwesen, die für das Erleben eines Kindes von großer Bedeugung sind.

 

Medikamentöse Therapie

 

Zum Repertoire heutiger Therapien gehören auch Medikamente. Einen Boom erlebten in den vergangen Jahren Medikamente gegen ADHS. Die Wirksamkeit dieser Medikamente ist unbestritten, doch gilt es bei jedem Medikament immer auch die Nebenwirkungen und mögliche Landzeitfolgen zu bedenken. Auch sehen wir gerade bei Kindern strengere Anforderungen an die Indikationsstellung.

Wir vertreten eine restriktive Haltung gegenüber psychotropen Medikamenten bei Kindern. Nach unserer Überzeugung sollten Medikament nur bei einer bestehenden körperlichen Krankheiten gegeben werden, um diese ursächlich zu behandeln. Medikamente haben nicht die Aufgabe, Probleme zu behandeln, die durch falsche Lebensbedingungen entstehen. Es ist ein therapeutisches Prinzip, die Ursachen primär abzustellen und nicht die daraus resultierenden Symptome zu behandeln.

Auf dieser Grundlage haben wir für unsere Kinder „organische“ und kindgemäße Lebensbedingungen gestaltet. Dazu zählen: viel Bewegung in freier Natur, ausgeglichene Ernährung, Reduktion von Zucker, regelmäßiger Tagesrhythmus, stark eingeschränkter TV- und Medienkonsum, sich Ausagieren in einer Gruppe mit anderen Kindern. Unsere Erfahrungen zeigen, dass wir durch diese Lebensbedingungen, in der Regel keine Medikamente einsetzten müssen, obwohl alle unsere Kinder medikamentös eingestellt zu uns kamen. Anzumerken ist, dass Verhaltensprobleme oft traumabedingt waren und nicht ursächlich auf ein ADHS beruhten.

 

Körpertherapie

 

Eine besondere Bedeutung haben bei traumatisierten Kindern der Körper und auch das Essen, was sich in vielfältigen Störungen äußert. Wie die Traumatherapie zeigt, lernt der Körper im Trauma mit und vergisst das Erlebte nicht mehr. Kontakt zum eigenen Körper, aber auch zu dem Körper anderer Menschen und Tieren, ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Diesen Kontakt wieder ins Fließen zu bringen, ist ein zentrales Ziel. Direkte Körpertherapie ist bei Kinder schwer möglich, es geschieht am Wirksamsten über die alltäglichen Kontakte zu Menschen und Tieren.

Unsere Erfahrungen zeigen, dass Kinder ein hohes Maß an körperlichen Kontaktbedürfnissen haben. Körperkontakt herzustellen, ist für sie das beste Mittel, sich in einer Beziehung sicher zu fühlen. Es ist auch ein kindlicher Reflex, der bei Angst und Bedrohung auftritt. Doch haben viele traumatisierte Kinder Probleme, diese Bedürfnisse sensibel zu steuern.  

 

Lernen und Schule

 

Für die kognitive Entwicklung traumatisierter Kinder steht die Bearbeitung der traumabedingten Lernhemmungen und Entwicklungsstörungen im Vordergrund. Es ist verstehbar, dass Defizite und Konflikte in der Entwicklung Energien binden, die für das aktuelle Lernpensum noch nicht zu Verfügung stehen. Werden diese Lern-Blockaden gelöst, wird Versäumtes meist schnell nachgeholt.