Was ist Confido

Der Name Confido ("ich vertraue") ist nicht nur Etikette sondern Programm, denn der Bruch von Vertrauen steht im Mittelpunkt des Traumageschehens und bestimmt wesentlich die äußere und innere Dynamik. Wieder Vertrauen zu lernen und sich aus dem Bann von vielfältigen Kontroll- und Sicherungsmechanismen zu befreien, ist die unabding-bare Grundlage für den Erfolg von pädagogischen und therapeutischen Hilfen. Das übergreifende Ziel lautet daher: Sich selbst, anderen Menschen und dem Leben wieder vertrauen zu lernen, was nur durch vertrauensvolle Men-schen und Bedingungen gelingen kann.

Confido-Initiativen wurde von Menschen ins Leben gerufen, die sich dem Leid von traumatisierten Menschen ver-pflichtet fühlen (z. T. selbst Betroffene) und die bereit sind, ihre Erfahrungen (besonders die Bedingungen, die für sie hilfreich waren) nicht nur auf der Ebene des Mitgefühls zu belassen, sondern wirksame Hilfen zu entwickeln und betroffene Menschen direkt zu unterstützen und zu begleiten.


Für die "Ausheilung" von Traumen haben wir vier Kräfte erkannt, die wir konsequent in den Mittelpunkt unserer Arbeit stellen:

Menschlichkeit

An erster Stelle unseres Wirkens steht der Mensch, mit seiner personalen Glaubwürdigkeit, welcher Vertrauen, Of-fenheit, Herz und Stil als Modell für die uns anvertrauten jungen Menschen lebt und verkörpert. Pädagogik ist für uns kein wertefreier Raum. Bildung ist für uns untrennbar verbunden mit Sinnfragen und den sich daraus ergebenden ethischen Werten und Haltungen. Wir stehen zu den Grundwerten des christlichen Mensch- und Weltbildes.

Fachlichkeit
Wir wollen in unserem Handeln nicht nur personal glaubwürdig sein, sondern auch fachlich kompetent. Gerade im Bereich Trauma werden derzeit neue Erkenntnisse gewonnen und diskutiert, welche der "Traumatherapie und Trau-mapädagogik" fachliche neue Impulse geben. Insbesondere die Erkenntnis der modernen Hirnforschung ermöglichen Symptome und Störungen besser zu verstehen und das Handeln gezielter zu leiten.

Betroffenheit

Ein weiteres Element unserer Fachlichkeit sind die Erfahrungen und Erkenntnisse von Traumen unmittelbar betroffe-ner Menschen. Jemand der ein Trauma nicht nur erduldet, sondern aktiv aufgearbeitet hat, verfügt über eine "Kom-petenz der Betroffenheit", die für unsere Arbeit unerlässlich ist. Allgemein gilt: Die eigenen verletzten Anteile anzuse-hen, ist der Königsweg zum Verstehen von allen psychischen Krankheiten und Störungen.
(Anmerkung: Wertvolle Erfahrungen haben wir im Rahmen unserer Selbsthilfeinitiative (Achtsamkeit) gewonnen, die sich speziell an von Lebenstraumen betroffene Menschen richtet.)

Lebendigkeit
Als weitere Kraft, welche alle anderen beeinflusst, sehen wir die Grundhaltung, sich als unablässig Lernender zu verstehen, der auf dem Weg ist, zu wachsen und im eigenen Tun immer besser zu werden. Damit in enger Verbin-dung stehen Kreativität und Ästhetik, welche über die Musik, bildnerische Ausdrucksformen und die Gestaltung der Einrichtung viele heilende Kräfte eröffnen können.